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Was ist eigentlich DDS?

DDS ist die Sprache, in der sich Maschinen, Sensoren und Steuergeräte gegenseitig sagen, was gerade passiert — ohne einen zentralen Server, der dazwischen sitzt. Standardisiert seit 2003, eingebaut in deinem Auto, in deiner Bahn, auf der ISS.

Drei Bilder, dreimal dasselbe Konzept

Bild 1: Das schwarze Brett

Stell dir eine Werkshalle vor. An der Wand hängt ein schwarzes Brett. Wer eine Information teilen will, pinnt einen Zettel ran: „Förderband 3 läuft mit 1,2 m/s". Wer die Information braucht, schaut hin.

Niemand fragt vorher, wer die Info aufgehängt hat. Niemand schreibt einen Brief an einen Empfänger. Das Brett ist da, alle sehen es, alle dürfen.

DDS ist genau das — nur dass das Brett aus Daten besteht und nicht aus Papier, und dass die Maschinen rangehen, nicht die Menschen.

Bild 2: Der Bahnhofsdurchsage-Lautsprecher

Wenn am Bahnhof jemand „ICE 591 nach München, Gleis 9, fährt ein" sagt, hört das jeder im Bahnhof, der gerade hinhört. Der Sprecher weiß nicht, wer zuhört. Die Hörenden wissen nicht, dass jemand anderes gleichzeitig zuhört. Es gibt keinen „Empfänger".

Das nennt man Publish/Subscribe — auf Deutsch: einer schreibt, viele lesen, ohne dass die sich kennen. DDS ist im Wesentlichen ein sehr schnelles, sehr präzises Bahnhofsdurchsage-System für Maschinen.

Bild 3: Die Schlagzeile auf dem Newsticker

Nachrichtenagenturen schicken Schlagzeilen ohne Adressaten ins Netz. Wer abonniert hat, kriegt sie. Wer nicht, halt nicht. Wer zwei Stunden später aufwacht, kriegt nur die neuen Schlagzeilen — nicht die zwei Stunden Rückstand.

DDS hat dasselbe Modell: aktuelle Daten zählen. Wenn ein Sensor 60 mal pro Sekunde „Druck = 2,4 bar" sendet und der Empfänger zwei Sekunden offline war, kriegt er beim Wiederkommen den neuesten Wert, nicht die 120 verpassten.

Drei Bilder, eine Idee — Daten fließen dorthin, wo sie gebraucht werden, ohne dass jemand sie adressieren muss.

Wo läuft das schon?

Domäne Konkret Warum DDS
Auto Vorausschauende Notbremsung im VW oder Audi Radar, Kamera und Bremse müssen sich in Millisekunden einig werden
Bahn Stellwerks-Software in Deutschland und der Schweiz Mehrere unabhängige Systeme — Weiche, Signal, Zug — müssen denselben Zustand sehen
Raumfahrt International Space Station NASA hat sich 2009 für DDS entschieden, weil 30 Jahre Lebensdauer geplant sind
Drohnen PX4-Autopilot, der in der Hälfte aller Forschungs-Drohnen läuft Sensorfusion in Echtzeit
Robotik ROS 2 — der Standard-Software-Stack für Industrieroboter DDS ist die offizielle Pub/Sub-Schicht von ROS 2
Verteidigung NATO-Schiffe, US-Navy Aegis Klassifizierte Daten zwischen Radar, Waffe und Kommando

Was hat das mit dir zu tun?

Wahrscheinlich nicht viel, wenn du es selbst programmieren würdest. Aber DDS ist in einer Menge Geräte eingebaut, die du täglich benutzt — direkt oder indirekt. Wenn du ein Auto fährst, das nach 2018 gebaut wurde, läuft DDS irgendwo darin mit. Wenn du in der Schweiz Bahn fährst, läuft Stellwerks-Software auf DDS. Wenn deine Stadt einen Smart-Meter-Rollout hatte, könnte DDS dabei sein.

Du wirst DDS nie sehen. Du wirst nie eine Fehlermeldung DDS-Topic nicht gefunden auf deinem Handy sehen. Es ist Maschinen-Sprache.

Warum redet man jetzt überhaupt darüber?

DDS gibt's seit 2003 als Spezifikation, aber die Implementierungen — also die Software, die DDS tatsächlich macht — kosten entweder viel Geld (RTI Connext: ~25.000 € pro Entwickler-Sitz pro Jahr) oder kommen mit C/C++-Toolchains, die aus den 1990ern stammen.

Genau das wollen wir mit ZeroDDS ändern: dieselbe Spec, in moderner Sprache (Rust), Open Source, ohne die Eintrittsbarriere. → Was ist ZeroDDS?

Was DDS nicht ist

Damit kein Missverständnis entsteht: DDS ist keine Datenbank, kein Cloud-Service, kein WhatsApp-Konkurrent. Du speicherst mit DDS keine Daten dauerhaft, du chattest nicht damit. Es ist eine Echtzeit-Verteil-Schicht für Maschinen — und für nichts anderes gut.

Wenn du gerade gemerkt hast, dass du eigentlich was anderes suchst, ist das hier vielleicht nicht deine Page:


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